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Manfred Hentschel - Die perfekte Raumillusion



In der Malerei ist noch nie etwas von heute auf morgen entstanden. So hat auch die malerische Gestaltung von Wänden ihre geschichtlichen Meilensteine hinter sich. Lassen Sie sich von mir zurückversetzen in die Zeit von Höhlen und Jagdszenen und begleiten Sie die Illusionsmalerei vom Ursprung bis hin zur endgültigen Perfektion.


Malerei als Dokumentationsform. Die Steinzeit.


Die Wandmalerei ist die älteste Methode der künstlerisch-bildlichen Darstellung in der Menschheitsgeschichte. Ihren Anfang nahm sie in noch sehr primitiver Form der Wandgestaltung bei den Steinzeitmenschen in der Darstellung von Jagdszenen. Jagende Menschen und gejagte Tiere wurden direkt auf die
Felsen in den Höhlen in sehr einfacher Form gemalt. So diente das Gemalte als Reflexion der täglichen Nahrungsbeschaffung und gleichzeitig als erste Art der künstlerischen Gestaltung des „Wohnbereichs“, gut zu sehen in den Höhlen von Lascaux in der französischen Dordogne.


Zwischen Pharaonen und Pyramiden.


Den nächsten großen Abschnitt in der Entwicklung der Wandmalerei zur Illusionsmalerei bildet die Zeit der großen Pharaonen im alten Ägypten. In deren Palästen und Grabkammern der Pyramiden wurden alle vorhandenen Wände mit Malerei gestaltet. Darin sieht man auch schon damals den hohen Stellenwert der künstlerischen Raumgestaltung, denn die Maler wurden bereits damals als Künstler anerkannt. Die Form der Darstellung möchte ich noch nicht als illusionistische Malerei im heutigen Verständnis bezeichnen, obwohl eine Trennung nicht sicherlich schwierig eine Definitionsfrage bleibt, denn ein gewisser Grad der Illusion wird ja trotzdem erzeugt. Die Malerei war noch sehr plakativ, Menschen wurden in der Regel nur im Profil in einer Art Idealzustand und Landschaften nicht dargestellt. Motive waren hauptsächlich Geschichten aus dem Leben der Pharaonen und deren erfolgreichen Kriegszüge.


Die malerische Schrift der Ägypter.


Beim Vergleich von Wandmalerei und der Hieroglyphenschrift der Ägypter fallen erstaunliche Gemeinsamkeiten beim Aufbau und der Abfolge auf. Die Schrift sieht aus wie eine Verkürzung der bildlichen Darstellung der zu erzählenden Geschichten. Weil diese Darstellungsform sehr dekorativ ist, wird sie in der heutigen Wandgestaltung wieder für die Ausgestaltung von kleineren Bädern, insbesondere in Hotels, angewendet.

Da die Wandmalerei noch keine Raumillusion im heutigen Sinne ist, sind ihr darstellerische Grenzen im räumlichen Bereich gesetzt. Größere Räume sind aufgrund der Struktur der Malerei schwierig zu gestalten, da sie nicht abwechslungsreich genug ist und sie wird dementsprechend nicht so häufig angewendet.


Die Antike und der Sinn für Proportionen.


Der nun folgende große Schritt in der Entwicklung der Wand- zur Illusionsmalerei hin beginnt in der Antike. Zeugen dieser großartigen Kunst sind die noch erhalten gebliebenen Beispiele für die sogenannte pompejanische Malerei. Hier kommt es schon zu einer Verschmelzung der dekorativen Malereien mit Ornamenten, architektonischen Elementen wie Säulen, Stuck, Kassetten in jeglicher Form mit den ersten Landschafts- und menschlichen Darstellungen im illusionistischen Sinne. Sie sind in der handwerklichen Perfektion späterer und auch heutiger Malerei mindestens ebenbürtig und wenn man das Alter betrachtet, geradezu genial ausgeführt. Die technische Perfektion und meisterhafte Ausführung lässt auf eine sehr gute Ausbildung der Künstler schließen. Das einzige Manko in dieser Art der illusionistischen Malerei ist leider die noch fehlende richtige Anwendung der Perspektive. Sie war noch nicht erfunden und so finden wir auf einigen Bildern Motive nebeneinander, bei der jedes seine eigene, natürlich nicht ganz richtige, Perspektive hat.


Der Schlüssel zur räumlichen Illusion. Die Perspektive.


Die Erfindung der Perspektive in der Renaissance kennzeichnet einen Meilenstein in der Entwicklung der bildlichen Darstellung in der Bildenden Kunst und entsprechend auch in der malerischen Wandgestaltung.

Gleichzeitig wurde das Naturstudium wieder entdeckt und der menschliche Körper bekleidet oder nackt wieder in den richtigen Proportionen dargestellt. Im Gegensatz zur Perspektive, die neu entwickelt wurde, war man in der Antike in der Darstellung des menschlichen Körpers schon einmal genauso weit wie in der Renaissance. Schuld daran war das kirchliche Dogma über die Darstellung des menschlichen Körpers, so dass über tausend Jahre es zu einem Stillstand in der Kunst führte.

Italien als die Wiege der illusionistischen Wandgestaltung.


Mit der Renaissance kam es auch zu einem Boom in der Wandmalerei, beginnend in Italien. Noch heute können wir viele total ausgemalte Villen in Venetien, der Toscana oder auch auf Sizilien bewundern. Die malerische Ausgestaltung wurde beim Bau der Häuser gleich mit eingeplant. Die Wände waren nur verputzt und ohne Schmuckelemente versehen, bestenfalls wurden gab es Stuckelemente an der Decke, die in die Bemalung der Wand miteinbezogen wurden. In der Regel wurde in der Architekturmalerei sämtlicher Stuck malerisch dargestellt. Baluster, Fensterbögen, Säulen und Figuren oder Vasen in Nischen bildeten die Hauptmotive und waren mit besonderer Sorgfalt und technischer Raffinesse gemalt. Die Landschaften in den Ausblicken waren zu Anfang nur Beiwerk und waren nicht von so hohem Niveau, vielleicht wurden sie auch nur von den Gehilfen ausgeführt Erst im Barock und später im Rokoko wurden sie im künstlerischen Stellenwert angeglichen und es gab keinen Bruch mehr in der Meisterschaft der Darstellung.

In diesem Stadium steigt die heutige Illusionsmalerei in das Kunstgeschehen ein. Die Wurzeln gehen auf die Erfahrungen der Wandgemälde in der Zeit der Renaissance, des Barock und des Rokoko zurück. Sie wurden den heutigen Gegebenheiten entsprechend weiterentwickelt und komment besonders in Schwimmbädern, Badezimmern und auch im übrigen Wohnbereich zum Einsatz. So schließt sich der Kreis und es liegt heute nur an der Meisterschaft des Künstlers, ein zeitloses Kunstwerk in der Schwimmbadmalerei zur Freude des Auftraggebers zu erstellen.



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Die Malereien von Manfred S.J. Hentschel zeichnen sich durch die meisterhafte Umsetzung, der im Laufe der Geschichte gesammelten Erkenntnisse über Perspektiven und Proportionen aus. So erschafft er eine faszinierende räumliche Illusion auf einfachen Wänden.

Schauen Sie sich in den beiden Galerien, lassen Sie sich für die Gestaltung Ihrer Wände inspirieren.
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